schraubelocker

ein kleines Schräublein kann auf einmal das ganze hübsch aufgepumpte Lebensluftschloss zum Schwanken bringen, wenn es nur zur falschen Zeit locker ist. Und wie immer beim Verzweifeln an Lappalien kann man sich obendrauf noch schön selbst dafür niedermachen.

Die gegen einen Grenzwert von gefühlten unendlich expandierenden to-do Listen in meinem Kopf tanzen heut zum Abschluss den Pachanga.  Wie kalkuliere ich unsere Aufwandsschätzung und für welche Features am Fahrrad will ich wieviel ausgeben? Wieviele Geburtstage habe ich vergessen und wie kann ich die IT-Supportproblematik mit den Usergruppen eskalieren? Wer ist mein Ansprechpartner für die Datenmigration und wann habe ich eigentlich mal wieder Lust und Muße, mit jemandem nach Feierabend am Telefon zu sprechen?

Der Mensch kann sieben plus/minus zwei Chunks gleichzeitig in seinem Kopf behalten (das hat nix mit Multitasking zu tun), bei mir sind’s wohl eher minus zwei. Also sich maximal an fünf Dinge erinnern. Ich kann nicht sagen, wie viel sich in meinem Köpfchen tummelt, da gleichzeitig längst nicht mehr alles ins Blickfeld passt. Quantitativer overload, und nun ist es passiert: der große Fehler, ganz alleine meine Schuld; im Zuge wohlmeinenden Hudelns. Dabei hatte ich gerade die gelockerte Schraube überwunden. [Wir werden keine Millionen und niemand seinen Job verlieren, nur einiges an Ansehen und Vertrauen.]

…So lange ich die Übersicht im Kleinen verloren habe, richte ich sie doch mal auf das Große, Ganze. Auch wenn ich mir wohl noch nicht direkt eine neue Stelle suchen muß – Was mache ich eigentlich dauerhaft mit diesem Leben. Und wo?

Leben und Arbeiten, beides mit Leidenschaft, beides mit voller Energie.
Und vor anderthalb Jahren war ich noch fünf Jahre jünger. Das ist den Umständen angemessen, jedoch nicht opportun.
– Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? (nur fünf Chunks, Glück gehabt)
Für fünf Wochen, da bin ich verplant. Fünf Monate, soweit kann ich vorüberlegen. Aber weiter gehts nicht.
– Was sollte in fünf Jahren denn dann geändert sein? 
Alles! Aber frag‘ nicht inwiefern.
Doch, ja, leben und arbeiten in derselben Stadt, das wäre – eine Etappe weiter weg, ein wenig weniger veralternd.
Doch wo ich lebe kann ich nicht arbeiten, und wo ich derzeit arbeite will ich nicht leben. no-win-situation, manchmal ist es wohl besser, alles bleibt wie es ist. Wo das Herz hin will hat es verdrängt (ist es gar ganz ein reisendes geworden?) Der Kopf entscheidet gut wenn er kann. Also wenn nicht over-chunked mit 2 Wohnungen, 4 Orten mit Freunden, 1 Auto und 1 Job, lassen wir das Liebesleben doch außer acht, trotzdem acht. Das macht nach Adam Riese einen Lebensverwaltungszuschlag von 100%

Also die eine Hälfte um die andere zu verwalten. (Da ist Geldverdienen noch gar nicht eingeschlossen) Und das nur zum Status quo Erhalt, weil es sich gerade gut genug anfühlt für ein paar Luxuszweifel.
Wenn man nichts tut, sollte sich auch nichts ändern. Aber es scheint, dass das Bleiben-wie-es-ist immense Anstrengungen erfordert.

Und dann ist da eine plötzliche nur eine läppische Schraube locker an deinem Rad und die ausgeklügelte Verdrängungsbalance ist aus den Fugen. Die Züge, die Reparaturen, die Anrufe und dann auch noch Unkündbarkeit auf dem eigenen Verwaltungsposten. Da kann ich so lange auf der Falltür funktionieren wie ich will – Lebenstüchtigkeit ist der Glücksfall, nicht die Regel; q.e.d.

Die Fehler? Mei, das passt schon.

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Über liva2lox

bulls and bears of the absurd minds of thaddäus grotgen and some of his alter egos --- willkommen in meiner ideellen badestube! klistierspritzen für die seele - tauch’ eine weile unter die schaumkrone lauwarmer seifenfilosofie, verspür’ die erleichterung weltanschaulichen aderlassens oder salbadere bei einem ridikühlen getränk einfach mit in fremden blechzubern …hier bist du mit sicherheit.

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