Warum ich Agnostiker blieb

in meinem persönlichen Bastei Lübbe Format, Großdruck, mit der zinnenbewehrten Mauer im Schriftkopf, den ich zwischen den Illustrierten hervorlugen sehe während der schmächtige, akkurat gescheitelte Mann vor mir mit freundlicher Pedanterie die Groschen für seine fünf Bierflaschen abzählt und ich mir denke, die sind bestiummt für seine übermächtige Frau oder er ist heimlich schwul und Museumswärter oder beides, jedenfalls sieht er noch nicht so aus, als tränke er sie selbst (- bei online publikationen immer besonders auf kurze Sätze achten -), in meinem Bastei Lübbe-All ist es kurz vor „Fünf Jahre später.“

Fünf Jahre nach den großen Dramen und Wirrungen und dem Tod mancher Antagonisten. Fünf Jahre nach dem sich mittellos aus Tragödie und Verrat wühlen, wenn das vormals Unglaubliche und zugleich Gewisse eingetreten ist. Das Leben hat sich völlig geändert, und es ist normal geworden. und es bieten sich neue spannende Möglichkeiten.

Manchmal vielleicht einfach durch beharrliches Abwarten, nur durch dieses die Talsohle Durchschreiten ohne Ziel oder ohne dieses Ziel zumindest.
Heute, als ich das erste Feedbackgespräch mit einer noch jüngeren Leistungswilden führte, die meiner Obhut untersteht, als ich die drei Kindergartengruppen erwachsener Männer durch den Rest der Woche dirigierte und bei der Abprache mit dem Großen Teilprojekt einfach nein sagte, nein, das sei nicht unsere Aufgabe.  Da war es eine ganz selbstverständliche Gewisseheit, dass der große Umbau sein Richtfest längst hatte.
Dass ich noch vor zwei Jahren kurz davor stand, einen verzweifelten Job in einer dem Untergang geweihten Verbrecherfirma zu verlieren ohne Plan, was tun, ohne Erfahrung außer für das, was ich nicht mehr tun wollte, in einer gemeinsamen Ex-Wohnung festsitzend und dass dies alles vorüber ist und mehreren Plänen zu ganz neuen Berufswegen gewichen, welche auch Farbe erkennen, potentielle PartnerInnen finden lassen.

Dass Zukunft vielleicht existiert; aber ich glaube nicht daran, weil ich das entscheide, und weil ich meine Welt erschaffe, innen und ein wenig auch außen. („Ich bin nicht umsonst hier, weil ich nicht glaube, dass es vergeblich ist – was wäre wenn der Krieg morgen vorüber wäre?“, der unsägliche Morpheus)

Wenn man Konstruktivist ist und nicht an die Idee der Zukunft glaubt, welche Rolle sollte ein Gott dann schon spielen?
Richtig, er wäre einfach nicht von Belang.

Frei bist Du sowieso.

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Über liva2lox

bulls and bears of the absurd minds of thaddäus grotgen and some of his alter egos --- willkommen in meiner ideellen badestube! klistierspritzen für die seele - tauch’ eine weile unter die schaumkrone lauwarmer seifenfilosofie, verspür’ die erleichterung weltanschaulichen aderlassens oder salbadere bei einem ridikühlen getränk einfach mit in fremden blechzubern …hier bist du mit sicherheit.

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