Mein Beitrag zur Frauenquote (via Draußen nur Kännchen)

Die richtig(!) begründete Quotenablehnung ist zu einfach – denn es wird keine Alternative aufgezeigt.
(Siehe die wilde Diskussion zum Thema Frauenquote in der Wirtschaft).

Es ist richtig, dass es keine Lösung ist, quotenhalber zu befördern und dies zu ungeeigneten Beförderungen sowie auch einer ‚Beleidigung‘ der gut aufgestellten Frauen darstellen kann.
Aber dennoch ist es zu einfach „sich nicht die Hände schmutzig machen zu wollen“ mit einer schlechten Lösung.

Denn das Rezept: ‚Jeder nach seiner Facon‘ und ‚es schaffen ja auch immer wieder welche so‘ bringt uns seit Jahrzehnten (!) nicht voran.

Und eine andere Lösung wird von niemandem benannt.

Und es stimmt, dass viele Frauen die entsprechende Karriere nicht wollen – aber in sehr großer Zahl eben nicht aus den Gründen, dass sie die damit verbundene Arbeit in Art und Maß nicht leisten wollten, sondern weil die Spielregeln und Rituale eben so sind (s. Diskussion zum zitierten Blogbeitrag).
Das nervt sicher auch Männer, die ihren Ehrgeiz dann nicht in die Karriere legen.

Aber unter den bestehenden Umständen tun sich Männer eben deutlich leichter. Auch auf niedrigeren Leveln wird ‚männlich‘-stereotypes Arbeitsverhalten belohnt und bevorzugt. (Vielfältige Gründe und Ausprägungen sind in der Diskussion dargelegt.)
Dem Feminismus vorzuwerfen, er möchte Frauen vermännlichen ist zu kurz gegriffen.
Denn die Alternative kann doch dann nur sein, dass wir die männlichen Stereotype „verweiblichen“.

Ich schließe mit einer Meinung, auch wenn diese – zu Recht – angreifbar ist.
Es muss ein gegenseitiger Respekt entstehen, den es nicht gibt bislang. Dieser entsteht in unserer Generation nicht mehr von selbst.
Entweder wir helfen nach mit Gesetzen, alles andere hat bisher nicht (genügend) gefruchtet.
 – Quote schliesst übrigens ein, dass entsprechende Qualifikation vorhanden sein muß –
Auf jeden Fall wäre es wichtig, Führen systematisch zu lehren, egal, wer wie in eine Führungsposition kommt. Dies ist steht mir in der gesamten Diskussion zu wenig im Zentrum. Und es darf verschiedene Führungsstile geben, abhängig oder unabhängig vom Geschlecht des Führenden, dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden.

Oder wir hoffen auf die biologische Lösung: Immer mehr immer besser gebildete Mädchen, die bereits gut gebildete und im Schnitt in der Erwerbsarbeit erfolgreichere Mütter hatten (als die Mehrheit der jetzt verantwortlichen Generation).

Letzte Frage: Würde ich eine Quotenposition annehmen?
Wenn ich die Position nicht will oder mich ihr nicht gewachsen fühle – nein, dann würde ich sie nicht annehmen, egal, warum sie mir angeboten wird.
Aber Leute, wenn ich die Position will und mich ihr gewachsen fühle, klar würde ich!
Ob ich dann über Quote oder Beziehungen oder ‚männliches‘ daddeln mit dem Chef hingekommen wäre, wäre mir sowas von egal. Wo ist das Problem?

Das war der Ausgangspunkt: Ein interessanter Beitrag von Frau Nessy und die rege Diskussion:

Dieser Tage wurde viel über Frauen in Führungspositionen diskutiert. Und über die Frauenquote. Ich habe zur Quote keine Haltung. Ich kann nur erzählen, warum Sie mich niemals in einer Chefetage finden werden, egal ob mit oder ohne gender mainstreaming. Nicht, weil mir die Tätigkeit an sich keinen Spaß machen würde. Oder weil ich Verantwortung scheue. Ich glaube, beides – Aufgabe und Verantwortung – könnten mir Freude bereiten. Warum ich es nicht … Read More

via Draußen nur Kännchen

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Über liva2lox

bulls and bears of the absurd minds of thaddäus grotgen and some of his alter egos --- willkommen in meiner ideellen badestube! klistierspritzen für die seele - tauch’ eine weile unter die schaumkrone lauwarmer seifenfilosofie, verspür’ die erleichterung weltanschaulichen aderlassens oder salbadere bei einem ridikühlen getränk einfach mit in fremden blechzubern …hier bist du mit sicherheit.

Ein Kommentar

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