Soldaten (und) der Preis der Friedensmedaille

Heute diskutiert der Bundestag, wieviel Geld wir noch in die Wiege der Demokratie pumpen, das bankerotte Griechenland, und wie wir wohl den Euro stabil halten. Ein Schelm, wer an vorgestern dabei denkt:

Da wurde „unser ostdeutsches Mädchen“ erst mit den höchsten Ehren Obamas ausgezeichnet. US-Staatsbankett, Friedensmedaille. Für Ihren Werdegang aus sozialistischer Diktatur zur Bundeskanzlerin einer wichtigen westeuropäischen Demokratie.
Aha.

Einen Tag später vermeldet die Tagesschau, Deutschland würde wohl eventuell doch Soldaten nach Libyen schicken, natürlich nur in friedenssichernder Mission, wie üblich. Nach Gaddafis Sturz und nur mit der UNO. Und was sagt der bislang ansonsten erfreulich unauffällige Vertreidigungsminister de Maiziere dann noch schnell im Nachsatz? „…Wenn es anders kommen sollte, dann werden wir das prüfen, und konstruktiv prüfen“
Aha.

Kürzlich hatte doch unser  brandneuer Verteidigungsminister erst angekündigt, dass die Bundeswehr sich doch wieder auf die Landesverteidigung konzentrieren soll (wie es das Grundgesetz mal so vorgesehen hat), nachdem die Strukturen für Heimatschutz schon wegbeschlossen worden waren.
Kommt vor.

So, aber jetzt haben wir ja per Aussetzung keine Wehrpflicht mehr (also nur noch im Grundgesetz), weil ‚wir‘ (pluralis majestatis guttenbergensis) lieber eine hochgezäumte Einsatzarmee wollten, der Rekruten doch eher hinderlich wären.
– Das ist, wie immer wenn hoheitliche Aufgaben ruhen oder outgesourced werden, billiger. Wozu sollte  der klamme Staat auch so generische Aufgaben wie Infrastruktur (Transport, Energie) oder Verankerung der Armee in der Gesellschaft selbst übernehmen. –
Und so wird die Armee wieder ein eigener Machtfaktor. (Ich will eigentlich nicht wieder mit Ägypten anfangen, aber irgendwie sieht man dort so schön, wie sich eine zivile Veränderung an militärischer Machtorganisation wundläuft.)

Worauf hinaus? Gestern wurden die letzten Wehrpflichtigen vereidigt. Und schon wird es schwierig, jemanden zu finden für die lebensgefährliche Friedenssicherung, die wir noch eine Weile in Afghanistan oder bald eben konstruktiv in Libyen zu unserer Verteidigung betreiben. 2000 Freiwillige fehlen für 2011 (die jetzt an Schulen angeworben werden – was offenbar kaum jemanden stört).

Vielleicht wird das Problem ja dann doch noch wahrhaft demokratisch gelöst: Es meldet sich niemand mehr dafür – stell‘ Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin

Zumindest, bis wir alle eine Friedensmedaille kriegen.

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Über liva2lox

bulls and bears of the absurd minds of thaddäus grotgen and some of his alter egos --- willkommen in meiner ideellen badestube! klistierspritzen für die seele - tauch’ eine weile unter die schaumkrone lauwarmer seifenfilosofie, verspür’ die erleichterung weltanschaulichen aderlassens oder salbadere bei einem ridikühlen getränk einfach mit in fremden blechzubern …hier bist du mit sicherheit.

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