Raffzahnwatch

Nachdem an dieser Stelle letzte Woche bereits ein eindrucksvolles Beispiel für die Raffgier unter dem ernannten Führungspersonals unserer Gesellschaft zu lesen war, muss das Thema „jeder raffe soviel er kann“ schon wieder angesprochen werden. Der Zufall wollte es, dass ich nach einer sehr gelungenen Thesensammlung zur Ausplünderung der Gesellschaft (Süddeutsche) von Ingo Schulze beim Spiegel über folgende Meldung stolperte: Top-Manager kassieren Millionen-Pensionen. Demnach haben sich die Pensionsansprüche der DAX-Chefs in den letzten 15 Jahren hübsch verdoppelt. Ein Herr Zetsche von Daimler kann mit Ansprüchen in Höhe von 26,1 Millionen Euro rechnen. Jeder der 30 DAX-Chefs kann mit mindestens einer halben Millionen Euro pro Jahr planen.

Der brave Arbeitnehmer darf sich seit dem ersten Januar hingegen auf eine Rente mit 67 einstellen und dabei ruhig etwas zittern, ob das Geld bis dahin noch etwas wert ist. Ein „Standardrentner“ (mit 45 Beitragsjahren – die nur von einer Minderheit überhaupt erreicht wird) müsste nach der Pensionierung noch knappe 1800 Jahre weiter leben, um auf eine zetschesche Rentenauszahlung zu kommen.

Aber hier soll keine Neiddebatte angefacht werden. Schließlich müssen unsere Eliten diese Summen verdienen, da sie große Verantwortung tragen und mit ihrer fast schon übermenschlichen Leistung das System am Laufen halten. Irgendwo müssen ja diese rießigen Summen herkommen, die an den Finanzmärkten verzockt werden (gerade spekulieren die Hedgefonds z. B. auf eine Pleite Griechenlands, SZ). Und wenn die dabei auflaufenden Spielschulden nicht so aberwitzig hoch wären, könnte man die Gemeinschaft (aka den kleinen Mann) nicht so frech zum Bezahlen in die Pflicht nehmen, uns nicht mit Gerede von Sparzwängen und enger zu schnallenden Gürteln in die Laune zu zwingen, für die immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen und verrottende Gemeinschaftsgüter auch noch dankbar sein zu sollen.

Wo ist eigentlich diese vielbesungene Moral, wenn man sie tatsächlich einmal braucht?

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